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Namenserklärung für ein minderjähriges Kind

Artikel

Die Namensführung eines/einer Deutschen richtet sich immer nach deutschem Recht. Der in einer ausländischen Geburtsurkunde eingetragene Nachname des Kindes gilt daher nicht automatisch auch für den deutschen Rechtsbereich.

Foto eines lachenden Babys
Foto eines lachenden Babys© www.colourbox.com

Übersicht

Ein deutsches Kind, das im Ausland geboren wird, erhält nach deutschem Recht nicht automatisch den Namen, der in der ausländischen (z.B. kanadischen) Geburtsurkunde eingetragen ist.

Im Folgenden sind die häufigsten Konstellationen aufgeführt, und welche Folgen sie für den Namen des Kindes haben. Bitte beachten Sie, dass in erster Linie Geburten in Kanada ab dem 01.09.1986 berücksichtigt sind. Ist die Geburt in einem anderen Land oder vor dem 01.09.1986 erfolgt, kann die Bewertung abweichen.

  • Die Eltern des Kindes sind bei Geburt verheiratet und führen einen gemeinsamen Ehenamen nach deutschem Recht:

Das Kind erhält automatisch den Ehenamen der Eltern als Familiennamen. Eine zusätzliche Namenserklärung ist nicht nötig. Der Ehename muss durch eine deutsche Heiratsurkunde oder eine Namensbescheinigung nachgewiesen sein.

Wünschen die Eltern für das Kind einen anderen Namen als den Ehenamen (z.B. einen Doppelnamen), können die Eltern unter Umständen vor dem 18. Geburtstag des Kindes den gewünschten Namen nach einem fremden Recht bestimmen. Das ist nur dann möglich, wenn einer der Eltern eine Staatsangehörigkeit besitzt, die eine solche Namenswahl zulässt. Wenden Sie sich in diesem speziellen Fall bitte an die zuständige Auslandsvertretung.

  • Die Eltern des Kindes sind bei Geburt verheiratet und führen unterschiedliche Namen:

Das Kind führt nach deutschem Recht noch gar keinen Namen. Eine Namenserklärung ist erforderlich. Wählen die Eltern einen Namen nach deutschem Recht, erstreckt sich der Name automatisch auf alle unter 14-jährigen in der Ehe geborenen Kinder. Kinder ab 14 Jahren müssen der Namenswahl zustimmen. Kinder ab 18 Jahren müssen die Erklärung selbst abgehen: Namenserklärung für ein volljähriges Kind

  • Die Eltern des Kindes sind bei Geburt nicht verheiratet.
  • Der Vater hat die Vaterschaft anerkannt und ist in der Geburtsurkunde eingetragen
  • Die Mutter des Kindes ist nicht deutsche Staatsangehörige:

Das Kind erhält im Zeitpunkt der Geburt zunächst automatisch den Namen der Mutter. Eine Namensänderung ist bis zum 18. Geburtstag des Kindes möglich. Beide Eltern müssen der Änderung zustimmen. Ist das Kind bereits 14 Jahre alt, muss es ebenso persönlich zustimmen.

  • Die Eltern des Kindes sind bei Geburt nicht verheiratet.
  • Der Vater hat die Vaterschaft anerkannt und ist in der Geburtsurkunde eingetragen
  • Die Mutter des Kindes ist deutsche Staatsangehörige:

Das Kind erhält im Zeitpunkt der Geburt zunächst automatisch den Namen der Mutter. Eine Namensänderung ist bis zum 18. Geburtstag des Kindes möglich. Zuvor muss die Vaterschaft auch nach deutschem Recht wirksam bestehen. Hierfür ist unter Umständen die ausdrückliche Zustimmung der Mutter zur Vaterschaftsanerkennung vor deutschen Behörden nötig. Eine solche kann nur im Generalkonsulat Toronto abgegeben werden. Nach erfolgter Zustimmungserklärung kann die Namensänderung erklärt werden. Beide Eltern müssen dieser zustimmen. Ist das Kind bereits 14 Jahre alt, muss es ebenso persönlich zustimmen.

Informationen zur Zustimmungserklärung der deutschen Mutter zur Vaterschaftsanerkennungen finden Sie hier: Zustimmungserklärung einer deutschen Mutter zur Vaterschaftsanerkennung

Bitte beachten Sie: Die Namensführung eines deutschen Kindes richtet sich grundsätzlich nach deutschem Recht. Dem Kind stehen bei entsprechenden Erklärungen der aktuelle Name des Vaters oder der Mutter zur Wahl.

Ist z.B. ein Doppelname gewünscht, können die Eltern vor dem 18. Geburtstag des Kindes bestimmen, dass sich die Namensführung nach ausländischem Recht richten soll, wenn einer der Elternteile die entsprechende Staatsangehörigkeit besitzt. Den Eltern stehen für den Namen des Kindes dann die Möglichkeiten zur Wahl, die das entsprechend gewählte Recht erlaubt.

Die Wahl des anzuwendenden Rechts und die Wahl des konkreten Namens kann in einer Namenserklärung zusammengefasst werden. Eine solche Namenswahl erstreckt sich nicht auf weitere Kinder der Eltern.

Aufgrund der Komplexität des deutschen Namensrechts nehmen Sie in Zweifelsfällen unbedingt vorab mit dem Generalkonsulat Kontakt auf, um zu klären, ob in Ihrem Fall eine Namenserklärung notwendig oder der gewünschte Name möglich ist.

Erforderliche Unterlagen

(müssen jeweils im Original mit jeweils 2 Kopien* vorgelegt werden)

Bitte beachten Sie: es handelt sich bei der folgenden Aufstellung um Dokumente, die in den Routinefällen vorgelegt werden müssen. In individuellen Fällen kann die Vorlage zusätzlicher Unterlagen durch die zuständige Auslandsvertretung oder anschließend durch das zuständige Standesamt verlangt werden.

  • Ausgefülltes Formular, noch nicht unterschrieben
    Formular: Erklärung zur Namensführung eines minderjährigen Kindes PDF / 318 KB
  • Geburtsurkunde des Kindes (bei Geburt in Kanada: "long form"/"registration of life birth", ausgestellt von der jeweiligen Provinz)
  • Geburtsurkunden beider Elternteile (bei Geburt in Kanada: "long form"/"registration of life birth", ausgestellt von der jeweiligen Provinz)
  • Gültige Permanent Resident Card bzw. gültiges kanadisches Visum des deutschen Elternteils
  • Gültige aktuelle Reisepässe beider Eltern (andere Identifikationsdokumente werden nicht akzeptiert); ggf. zusätzlich deutscher Reisepass des deutschen Elternteils, der vor Geburt des Kindes ausgestellt wurde
  • Bei Kindern ab 14 Jahren: gültiger Reisepass des Kindes
  • Bei miteinander verheirateten Eltern: Offizielle Heiratsurkunde (bei Heirat in Kanada: "long form", ausgestellt von der jeweiligen Provinz; Heiratsurkunden, die von einer religiösen Institution ausgestellt wurden, sowie der Nachweis der "solemnization of marriage", den die Eheleute direkt bei Eheschließung erhalten, werden nicht anerkannt)
  • ggf. Nachweis über die Anerkennung der Vaterschaft (wenn die Eltern bei der Geburt des Kindes nicht miteinander verheiratet waren und die Geburt außerhalb Kanadas erfolgte)
  • ggf. Nachweis über die Auflösung der Ehe der Eltern oder die Auflösung von Vorehen (z.B. Scheidungsurteil oder Sterbeurkunde des Ehegatten)
  • Abmeldebestätigung des letzten Wohnsitzes der Eltern in Deutschland
  • Falls der deutsche Elternteil in Deutschland eingebürgert wurde: Einbürgerungsurkunde
  • Falls der deutsche Elternteil in Kanada eingebürgert wurde: kanadische Einbürgerungsurkunde + Beibehaltungsgenehmigung

Urkunden, die in einer anderen Sprache als Deutsch oder Englisch verfasst sind, müssen mit Übersetzung vorgelegt werden.

*Das Konsulat kann keine Kopien anfertigen. Es sind vom Antragsteller 2 Sätze Kopien von allen erforderlichen Unterlagen mitzubringen.

Hinweis

Achtung
Achtung© dpa

Die folgenden Hinweise zur Namensführung nach deutschem Recht beziehen sich auf die häufigsten Routinefälle. Aufgrund der Komplexität des deutschen Namensrechts und der Vielfalt an möglichen Sachverhalten sind im Einzelfall Abweichungen möglich. Die Hinweise dienen lediglich zu Ihrer Orientierung und ersetzen nicht die individuelle Beratung. Die Auslandsvertretungen weisen außerdem darauf hin, dass die abschließende Entscheidung über Namenserklärungen im dafür zuständigen deutschen Standesamtes gefällt wird. Sollte Ihr Fall in den folgenden Hinweisen nicht abgedeckt sein, wenden Sie sich bitte an Ihre zuständige Vertretung.

Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass sämtliche Namenserklärungen sich nur auf den Nachnamen einer Person erstrecken. Die Vornamen einer Person werden bei Registrierung der Geburt in Deutschland oder im Ausland durch die Eltern festgelegt.

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